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Angeltechniken
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Quelle: www.nordmeer.de

Das Pilken

Ist unter den erfahrenen Norwegenanglern und vor allem Neueinsteigern, die wohl häufigste und wohl auch beliebteste Angeltechnik, um den Fischen in fast allen Tiefen nachzustellen. Pilken macht Spaß und man weiß nie so recht, was denn als nächstes am Haken zappelt. Man unterscheidet leichtes bis mittleres und schweres Pilken.

Leichtes Pilken

  • bis in Tiefen von ca. 60m
  • gefangen werden Küstendorsch, Pollack, Köhler, Makrele usw.

Schweres Pilken

  • bis in Tiefen von 250m
  • gefangen werden Großköhler, Dickdorsch, Rotbarsch, Lumb, Leng usw.

Die Praxis

In der Praxis haben sich Steckruten bewährt. Sie haben eine deutlich besser Aktion und sind viel robuster als Teleskopruten. Angelt so leicht wie möglich und so schwer wie nötig, denn je leichter ein Pilker, desto mehr Spiel und damit Reiz übt er auf die Räuber der Meere aus. Ist die Drift zu stark, dann müsst Ihr Pilkergewicht und Form wechseln. Für ein hervorragendes Köderspiel sorgen Heringspilker, Stabpilker wiederum eignen sich für große Tiefen, da sie kaum Angriffsfläche bieten und somit schnell zum Grund, oder unter den Fischschwarm rauschen, wo die großen lauern. Es sollten wenn möglich nie mehr als zwei Beifänger benutzt werden, da die Gefahr besteht, das mal mehrere der großen Räuber auf einmal Beißen und man womöglich den Fisch seines Lebens durch einen Schnurbruch verliert. Die im Handel erhältlichen Pilkmontagen haben häufig drei und mehr Beifänger und sind zudem schlecht gebunden, also wenn Ihr die Zeit und die Lust habt, ist selber bauen die bessere Alternative. Beim Ablassen der Montage solltet ihr immer mal wieder stoppen, evtl. befinden sich Fische im Mittelwasser.

Wo fange ich was?

Küsten- und Tangdorsche bevorzugen die küstennahen Krautbänke und Tangwälder. Im Freiwasser werden Köhler, Makrele, aber auch Pollack und Hering gefangen. Dies ist natürlich nur ein kleiner Auszug.

Welches Gerät ist nötig?

Leichtes Pilken

  • Rute 2,40-3,00m Länge bei einem Wurfgewicht von 60-130g
  • Stationärrolle mit 250m 0,35mm monofile Schnur, oder 0,15 geflochtene Schnur
  • Pilker 60-150g

Schweres Pilken

  • Rute 2,00-2,70m Länge bei einem Wurfgewicht von 30lbs
  • Multirolle mit 600m einer 0,30mm geflochtenen Schnur
  • Pilker 300-1000g 

Naturköderangeln

Unter Naturköderangeln versteht man das Angeln mit Naturködern, wie beispielsweise mit ganzen Fischen  oder Fischfetzen, Würmern, Muscheln und Krabben, die in Norwegen erhältlichen Reker, gehen auch sehr gut. Wer seine Chancen auf einen der Kapitalen erhöhen will, für den führt der Weg früher oder später am Naturköderangeln nicht vorbei. Man unterscheidet dabei wieder das leichte und schwere Naturköderangeln.

Leichtes Naturköderangeln

  • bis in Tiefen von 150m Tiefe
  • gefangen werden Leng, Lumb, Dickdorsch, Steinbeißer (Katfisch), Schellfisch usw.

Schweres Naturköderangeln

  • bis in Tiefen von 250m, aber auch 300m und mehr sind möglich
  • gefangen werden Großleng, Heilbutt, große Lumbs usw.

Die richtige Wahl ist WICHTIG!

  • Bleigewichte je nach Drift und Tiefe wählen (zwischen 300-700g, bei extremen Tiefen ab 250m bis 1000g)
  • 30-50lbs Bootsrute und gute Multirolle auch elektrische Rolle mit hoher Schnurfassung und mind. 500m 0,30 geflochtene Schnur
  • Kleinteile wie, Haken, Wirbel usw. nur von bester Qualität nehmen
  • Kontrolle von Knoten, Schnüren und Verbindungen
  • Vorfächer mit Leuchtschlauch, Knicklicht und Perlen bestücken, um den Reiz zu erhöhen

Praxis

Lasst eure Montage mit dem Blei, das zur Sicherheit an einer 0,30 - 0,40mm monofilen Schnur befestigt ist, in die Tiefen des Meeres. Hier kommt es auf die Köderführung an. Mit sanften Bewegungen wird die Montage auf und ab bewegt und immer Kontakt zum Grund gehalten. Die Bootsdrift sorgt dafür, dass ihr den Meeresboden mit eurem Blei "abklopft". Irgendwo wird sich schon ein hungriger Bursche finden, dann heißt es Ruhe bewahren und den Anschlag im richtigen Moment setzen. Wenn Circle Hooks genommen werden, ist kein Anhieb nötig, da sich der Haken selbst ins Fischmaul dreht, sagt zumindest die Theorie. Nun heißt es immer Kontakt zum Fisch halten und nicht locker lassen, auch wenn die Arme noch so schmerzen und immer an eine fein eingestellte Bremse an der Rolle achten, sonst schlitzt euch der Bursche noch aus! Gegen das Ausschlitzen, hilft eine Vorgeschaltete monofile Schnur, die fängt durch ihre Dehnung harte Schläge ab und der Fisch schlitzt somit nicht so leicht aus. Ist wirklich mal ein großer Fisch am Haken, dann sollten die anderen Angler ihre Ruten einholen und sich auf die Landung des Flossenträgers vorbereiten.
 

Welches Gerät ist nötig?

Leichtes Naturköderangeln

  • Rute 2,00-2,70m Länge bei einem Wurfgewicht von 20-30lbs
  • Multirolle mit mindestens 500m 0,30mm geflochtenen Schnur
  • Pilker und Bleie von 300-500g

Schweres Naturköderangeln

  • Rute 1,80-2,10m Länge mit einem Wurfgewicht von 50lbs, am besten eignen sich einteilige Ruten
  • Multirolle mit mindestens 500m - 700m 0,35mm geflochtenen Schnur
  • Bleie von 400-700g, in extremen Tiefen ab 250m bis 1000g
     

Das Fjordangeln

Hier möchte ich einmal etwas näher auf des Angeln in den Norwegischen Fjorden eingehen. Zumal gerade für Einsteiger diese Angelart oft mit dem Angeln in Norwegen in Zusammenhang gebracht wird, auch die alten Hasen unter den Norwegenanglern fischen häufig nicht nur im offenen Meer, sondern weichen auf Fjorde aus, weil entweder das Wetter gerade einen Strich durch die Rechnung macht, oder müssen ausweichen, weil die Urlaubshütte nicht in der Nähe des offenen Meeres liegt, sondern evtl. im hinteren Fjordende. Die favorisierte Angelart wird dabei sicher das Pilken sein.

Fast alle Fischarten, die im offenen Meer vorkommen, können auch im Fjord gefischt werden. Man(n) muss nur wissen wo die Topstellen zu finden sind. Einfach in die Mitte des Fjordes zu fahren, weil hier die tiefsten Stellen sind, ist ganz sicher keine optimale Lösung. Fast alle Fjorde sind nach einem immer wiederkehrenden Schema aufgebaut. Meist verlaufen die umgebenden Berge des Fjordes unter Wasser spiegelbildlich weiter.
Das heißt, wenn ein Berg steil aus dem Wasser kommt, dann ist damit zu rechnen, das er unter Wasser genau so steil abfällt wie über Wasser.

Wer kein Echolot sein eigen nennt, sollte einmal folgende Stellen absuchen: Ufernahe Plätze in einer Entfernung bis zu 100 Meter. Hier befinden sich oft Plateaus, Geröllfelder, Unterwasserberge und steile Kanten. In Tiefen zwischen 20-80 Meter hat man sehr gute Chancen, Dorsche, Köhler, Pollak usw. an den Haken zu bekommen. Ein weiterer Hotspot ist die Fjordschwelle, damit ist der Übergang zwischen offenem Meer und Fjordanfang gemeint. Da hier oft eine enorme Strömung herrscht (z.B. Saltstraumen), wird sauerstoffreiches Wasser mit frischen Plankton und Kleinstlebewesen förmlich in den Fjord gepresst. Dieses Kleinstlebewesen ziehen kleinere Fische magisch an, die sich die großen Räuber natürlich nicht entgehen lassen. Diese "Fjordschwellen" sind meist nicht allzu tief im Gegensatz zum übrigen Fjord (Fjordschwellentiefe um 100-150m). Durch Wasserverwirbelungen wird nahrhaftes, sauerstoffreiches Wasser hinter die Schwelle und in den Fjord gepresst. Fjordschwellen haben unterschiedliche Tiefen die man leicht mit einer Seekarte oder Echolot finden kann.

Häufig sieht man Angler, die mit Ruderbooten ganz dicht an Felsen fischen, das ist nicht ganz ungefährlich, denn man schnell mit dem Felsen kollidieren, also immer schön vorsichtig. Diese Angelmethode ist aber sehr erfolgreich, da sich direkt an den Felskanten zahlreiche Fische aufhalten. Vor allem in den Sommermonaten, da hier das Wasser am Rande des Fjordes sehr warm ist. Ein paar gezielte Würfe entlang dieser Kanten, führen sicher zum Fangerfolg.

 
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